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marketingbudget
Geschrieben von

Marigona Durmishi

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Welches Marketingbudget macht Sinn

Der Schlüssel zu einer erfolgreichen Marketingkampagne liegt in einer frühzeitigen und realistischen Budgetplanung. Bevor Sie die Kosten ins Auge fassen, ist es entscheidend, Ihre konkreten Ziele festzulegen.

Schritt 1: Konkrete Ziele definieren

Ihre Marketingstrategie muss auf klaren, messbaren Zielen aufbauen, wie zum Beispiel:

  • Gewinnung von 100 Neukunden innerhalb eines festgelegten Zeitrahmens.
  • Steigerung des Umsatzes um CHF 200’000.
  • Erschließung eines neuen Kundensegments.
  • Generelle kontinuierliche Umsatzsteigerung von Jahr zu Jahr.

Schritt 2: Strategische Ausrichtung und Budgetdefinition

Die definierten Ziele bilden die Grundlage für Ihre strategische Ausrichtung und die Auswahl geeigneter Marketingmassnahmen. Erst nach dieser strategischen Vorarbeit lässt sich das Marketingbudget sinnvoll festlegen.

💡 Wichtige Fragen, die wir hier beantworten:

  • Wie erstellen Sie Ihr Marketingbudget? (Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Budgetplanung)
  • Wie hoch sollte der Umsatzanteil für das Marketingbudget sein? (Branchenübliche Richtwerte und Empfehlungen)

Was muss man bei der Planung des Marketingbudgets berücksichtigen?

Die Erstellung eines Marketingbudgets erfordert eine sorgfältige und umfassende Betrachtung aller potenziellen Kosten. Hier ist eine Zusammenfassung der wichtigsten Punkte, die Sie berücksichtigen müssen, um Streuverluste zu vermeiden und Ihr Budget effektiv einzusetzen.

Wenn du ein Marketingbudget erstellen willst, ist unser Tipp: Konzentriere dich zunächst auf einige wenige, aber dafür zielgerichtete Marketingmassnahmen.

Empfehlung: Konzentrieren Sie sich zu Beginn auf eine kleine Anzahl (etwa drei) von zielgerichteten Marketingmassnahmen.

Vorteil: Dies sorgt für mehr Aufmerksamkeit innerhalb Ihrer spezifischen Zielgruppe und erhöht die Reichweite effizienter.

Risikoreduktion: Sie minimieren den sogenannten Streuverlust, der Ihr Budget unnötig schnell aufzehren kann.

Ein gutes Marketingbudget fasst alle Kosten zusammen. Dazu zählen unter anderem:

  • Anzeigen auf Google, Social Media, Print, Radio, TV
  • Kosten für Texte, Videos, Bilder
  • Bezahlwerbung und Kooperationen
  • SEO-Optimierung, Tools und Plattformkosten
  • Webseiten-Entwicklung, Pflege, Hosting
  • Marketing-Tools wie CRM, Analyse- und Content-Management-Systeme
  • Teilnahme an Veranstaltungen, eigene Events und Sponsoring
  • Personal im internen Team und externe Dienstleister
  • Portokosten bei Versand
  • Umfragen, Analysen und Marktdaten
  • Puffer für Unvorhergesehenes (10 %)

Wie hoch sollte das Marketingbudget im Verhältnis zum Umsatzanteil sein?

Die Höhe Ihres Marketingbudgets, gemessen als Prozentsatz Ihres Gesamtumsatzes, ist eine entscheidende strategische Entscheidung. Der allgemein empfohlene Rahmen liegt zwischen 5 % und 10 % des Jahresumsatzes.

Allerdings ist dieser Wert stark abhängig von verschiedenen unternehmensspezifischen und marktbezogenen Faktoren.

FaktorBeschreibungAuswirkungen auf das Budget
BrancheDer Wettbewerbsgrad und die Art des Geschäfts (B2B vs. B2C).Starker Wettbewerb erfordert höhere Ausgaben.
UnternehmenszieleWachstum vs. Marktstabilisierung.Starke Wachstumsambitionen erfordern höhere und häufigere Investitionen.
MarktpositionEtabliertes Unternehmen vs. Start-up/Neueinführung.Start-ups und neue Produkte müssen stärker investieren, um Bekanntheit aufzubauen.

📊 Das Marketingbudget im Verhältnis zum Umsatz: Richtwerte und Faktoren

Die Höhe Ihres Marketingbudgets, gemessen als Prozentsatz Ihres Gesamtumsatzes, ist eine entscheidende strategische Entscheidung. Der allgemein empfohlene Rahmen liegt zwischen 5 % und 10 % des Jahresumsatzes.

Allerdings ist dieser Wert stark abhängig von verschiedenen unternehmensspezifischen und marktbezogenen Faktoren.

🔑 Die wichtigsten Einflussfaktoren

FaktorBeschreibungAuswirkungen auf das Budget
BrancheDer Wettbewerbsgrad und die Art des Geschäfts (B2B vs. B2C).Starker Wettbewerb erfordert höhere Ausgaben.
UnternehmenszieleWachstum vs. Marktstabilisierung.Starke Wachstumsambitionen erfordern höhere und häufigere Investitionen.
MarktpositionEtabliertes Unternehmen vs. Start-up/Neueinführung.Start-ups und neue Produkte müssen stärker investieren, um Bekanntheit aufzubauen.

Branchenspezifische Empfehlungen

Die Faustregel von 5 % bis 10 % variiert je nach Geschäftsmodell:

  • B2C-Unternehmen (Business-to-Consumer): Tendieren oft dazu, höhere Budgets zu veranschlagen, typischerweise um die 10 % des Umsatzes. Der Fokus liegt hier stärker auf Markenbekanntheit und emotionaler Ansprache einer breiteren Masse.
  • B2B-Unternehmen (Business-to-Business): Arbeiten oft mit einem geringeren Prozentsatz, üblicherweise um die 5 % des Umsatzes. Dies liegt an längeren Verkaufszyklen, höherwertigen Transaktionen und einem fokussierteren Zielpublikum.
  • Start-ups: Experten raten jungen Unternehmen, die sich am Markt etablieren müssen, zu einem Startbudget von 7 % (oder sogar höher in den ersten Jahren), um schnell Sichtbarkeit und Kunden zu gewinnen.

Das Extrembeispiel Red Bull

Das Beispiel von Red Bull verdeutlicht, dass es keine starre Obergrenze gibt. Red Bull gibt weit überdurchschnittlich viel für Marketing aus, das vor allem aus Sponsoring (Extremsport, Formel 1 etc.) besteht, was zu einem Anteil von rund 30 % des Umsatzes führen kann. Dies ist ein Indikator für eine Strategie, die Markenaufbau und Erlebnis über alles stellt.

Hinweis: Aktuelle Berichte zeigen, dass die Ausgaben für Marketing, Werbung, Sponsoring und Verkaufsförderung bei Red Bull im Jahr 2023 bei ca. 2,5 Mrd. Euro bei einem Umsatz von 10,6 Mrd. Euro lagen, was einem Anteil von fast 24 % entspricht. Die genaue Zahl kann je nach Zählweise und Jahr variieren, bleibt aber extrem hoch.

Spezifische Budget-Tipps für Handwerksbetriebe und Industriehersteller

Handwerksbetriebe und Industriehersteller operieren in sehr unterschiedlichen Märkten – der eine oft lokal oder regional (B2C/B2B), der andere primär im B2B-Bereich. Daher sollten ihre Marketingstrategien und Budgets spezifisch angepasst werden.

🔨 Tipps für Handwerksbetriebe (Lokaler Fokus & B2C/kleines B2B)

Handwerksbetriebe (z.B. Schreiner, Elektriker, Installateure) benötigen in der Regel keinen hohen Umsatzanteil für das Marketing, da Empfehlungen und lokale Präsenz entscheidend sind.

BereichEmpfohlene MaßnahmeBudget-Begründung
Lokale SichtbarkeitGoogle Business Profile optimieren und Google Ads mit engem, regionalem Radius schalten.Niedrige Kosten, hohe Relevanz für «Installateur in meiner Nähe».
Beweise schaffenHochwertige Fotos von abgeschlossenen Projekten und Kundenrezensionen sammeln.Einmalige Investition in gute Fotos, langfristig stärkste Vertrauensbildung.
Digitales FundamentEinfache, aber mobile Website mit klaren Kontaktmöglichkeiten und Leistungsübersicht.Geringe laufende Kosten, essenziell für die Erreichbarkeit.
Offline-PräsenzFahrzeugbeschriftung, Arbeitskleidung (Markenbildung) und ggf. Sponsoring lokaler Vereine.Hohe lokale Reichweite und Glaubwürdigkeit im direkten Umfeld.
Budgetanteil3 % bis 7 % des Umsatzes, wobei die unteren Werte bei starker Mundpropaganda ausreichen können.

🏭 Tipps für Industriehersteller (B2B & komplexe Produkte)

Industriehersteller (Maschinenbau, Komponentenfertigung, Anlagenbau) benötigen Marketing, das auf die spezifischen Bedürfnisse von Einkäufern, Ingenieuren und technischen Entscheidern ausgerichtet ist.

BereichEmpfohlene MaßnahmeBudget-Begründung
Fachwissen (Content)Erstellung von Whitepapers, technischen Datenblättern und Webinaren. Fokus auf «Wie löst unser Produkt ein Problem?»Lead-Generierung durch hochwertigen, technischen Content.
Zielgruppen-KanäleLinkedIn für B2B-Werbung und Fachmessen/Branchenveranstaltungen.Direkte Ansprache von Entscheidern und Pflege von Partnerschaften.
SEO für B2BSuchmaschinenoptimierung (SEO) auf technische Fachbegriffe und Anwendungsfälle.Potenzielle Kunden suchen oft mit sehr spezifischen, technischen Keywords.
Sales- & Marketing-AlignmentInvestition in ein CRM-System und Automatisierungs-Software (Marketing Automation).Dient der Qualifizierung von Leads und der Effizienzsteigerung des Vertriebs.
Budgetanteil5 % bis 8 % des Umsatzes. Die höheren Werte gelten bei der Einführung neuer, innovativer Produkte oder internationaler Expansion.
marketingbudget berechnen

So berechnet man das Marketingbudget

Die gängigste Methode zur initialen Festlegung Ihres Marketingbudgets ist die Prozentmethode.

1. Die einfache Prozentmethode

Bei dieser Methode reservieren Sie einen festgelegten Prozentsatz Ihres Umsatzes für die Marketingausgaben.

Formel zur Berechnung des Marketingbudgets:

Marketingbudget = Jahresumsatz x Prozentsatz für Marketing

Beispielrechnung:

Angenommen, Ihr Unternehmen erzielt einen Jahresumsatz von CHF 1’000’000, und Sie möchten 7 % dieses Umsatzes in das Marketing investieren.

  • Marketingbudget = CHF 1’000’000 x 0,07
  • Marketingbudget = CHF 70’000

In diesem Fall sollten Sie CHF 70’000 für Ihre Marketingmassnahmen einplanen. Diese Berechnung bietet eine solide Ausgangsbasis, die Sie an Ihre spezifischen Unternehmensziele anpassen können.

⚠️ Wichtiger Hinweis zur Methode:

Diese einfache Berechnung orientiert sich stark an den Einnahmen der Vorjahre oder allgemeinen Branchenrichtwerten und berücksichtigt nicht die tatsächliche Wirkung oder Effizienz einzelner Marketingmaßnahmen.

2. Mehr Aussagekraft durch den Kundenwert

Um die Aussagekraft der Prozentmethode zu erhöhen, empfehlen wir, den durchschnittlichen Wert eines Neukunden (Customer Lifetime Value – CLV) über einen längeren Zeitraum zu berücksichtigen.

  • Berechnung des CLV: Ermitteln Sie den Umsatz, den ein durchschnittlicher Neukunde in den ersten drei Jahren generiert, abzüglich der direkt zurechenbaren Kosten.
  • Vorteil: Durch die Einbeziehung des CLV können Sie genauer bestimmen, wie hoch das Marketingbudget pro Umsatzanteil und speziell für die Neukundengewinnung sein darf und sollte, um profitabel zu bleiben.

Tipp für die Budgetfestlegung

Bevor Sie die endgültige Höhe Ihres Marketingbudgets festlegen, empfehlen wir Ihnen, einen Blick in Branchenpublikationen oder -briefe (wie den VR-Branchenbrief) zu werfen. Dort finden Sie wertvolle Durchschnittswerte, die andere Unternehmen in Ihrer Branche für Werbung ausgeben.

Zwei Methoden zur optimalen Marketingbudget-Verteilung

Nicht nur das Marketingbudget berechnen ist wichtig, sondern auch die Verteilung. In diesem Zusammenhang haben sich zwei Ansätze als effizient erwiesen.

Bottom-up

Bei der Bottom-up-Methode wird das Marketingbudget von den spezifischen Kampagnen und Massnahmen her geplant. Zuerst werden die einzelnen Marketingaktivitäten und deren Kosten detailliert berechnet. Anschliessend summierst du alle geplanten Massnahmen, das Gesamtbudget zu ermitteln. So erhältst du einen realistischen Ansatz, da das Marketingbudget auf den tatsächlichen Kosten der Massnahmen basiert und so gezielt auf die Bedürfnisse des Marketings abgestimmt ist.

Top-down

Bei der Top-down-Methode setzt du das Marketingbudget als festgelegten Prozentsatz des Unternehmensumsatzes oder einer anderen zentralen Kennzahl fest. Von diesem Gesamtbetrag aus werden dann die einzelnen Budgets für die Marketingkanäle und -massnahmen aufgeteilt. Diese Variante ist oft einfacher und schneller umzusetzen, steckt aber auch nur Budgetgrenze ab und geht weniger flexibel auf spezifische Kampagnenbedürfnisse ein.

Flexibilität durch Budgetreserven

Eine vorausschauende Budgetplanung beinhaltet immer die Einrichtung einer finanziellen Reserve. Dieser Puffer ist essenziell, um auf die dynamischen und oft unvorhergesehenen Entwicklungen des Marktes reagieren zu können.

Warum ein Puffer unverzichtbar ist

Planen Sie stets einen kleinen Teil Ihres Marketingbudgets als Reserve ein. Diese strategische Rücklage bietet Ihnen entscheidende Flexibilität:

  1. Reaktion auf kurzfristige Chancen: Sie können spontan auf saisonale Trends oder unerwartete Marktbewegungen reagieren.
  2. Trendnutzung: Sollte beispielsweise eine Social-Media-Kampagne viral gehen und Ihre Marke hohe Aufmerksamkeit erlangen, ermöglicht Ihnen der Puffer eine schnelle Reaktion. Sie könnten sofort zusätzliche Anzeigen schalten oder ein kurzfristiges Angebot bewerben, um die Trendwelle optimal zu nutzen.
  3. Spontane Präsenz: Ergeben sich kurzfristig Möglichkeiten (z.B. eine unerwartet wichtige Messe), können Sie ohne Verzögerung eine zusätzliche Anzeige schalten oder spezielle Werbemittel finanzieren.

Ein flexibles Budgetmanagement erlaubt es Ihnen, auf Veränderungen schnell und effizient zu reagieren und Ihr Marketingbudget jederzeit bestmöglich einzusetzen.

Sollten Sie weitere Fragen zur optimalen Gestaltung Ihres Marketingbudgets haben oder die detaillierte Planung zusammen mit Experten umsetzen wollen, stehen wir Ihnen gerne persönlich mit Rat und Tat zur Seite.

Marigona ist Marketing-Spezialistin bei SH Digital für SEO, GEO und Content. Sie betreut Kunden aus verschiedenen Bereichen und hat schon über 50 SEO/GEO-Projekte aktiv begleitet.

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